(eA/BMVBS/ABDSB) Über viele Jahrzehnte war der Abschnitt Forstinning – Heldenstein der A 94 eines der umstrittensten Autobahn Neubauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland. Grundsätzlich waren sich die meisten Beteiligten darüber einig, daß die Unfall trächtige „Todesstrecke“ B 12 den heutigen und zukünftigen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen ist. Ob der Ausbau der bestehenden B 12 als Trassenvariante „Haag“ oder die jetzt in Bau befindliche 2,9 Kilometer kürzere Trasse durch das Isental als Variante „Dorfen“ geeigneter wären, war lange Zeit Gegenstand heftigster Diskussionen.
Letztlich erging für die Trasse „Dorfen“ am 28. Dezember 2009 der Planfeststellungsbeschluß. Knapp ein Jahr später, am 24. November 2010, wurde die Klage gegen diese Trassenführung vom 8. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH), wie von Befürwortern und Gegner erwartet, als unbegründet abgewiesen.
Daher konnte am 29. Februar 2012 mit den Vorbereitungen für den Weiterbau im Bereich Pastetten – Dorfen als zweitem von drei Abschnitten begonnen werden. Größtes Bauwerk dieses Bauabschnittes wird die neue Lappachtalbrücke. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer "Der Weiterbau der A 94 ist zurzeit eines der wichtigsten Projekte des Bundes in Bayern. Mit der Lappachtalbrücke errichten wir ein Schlüsselelement des weiteren Baufortschritts. Die 13,2 Millionen Euro für dieses Bauwerk sind gut angelegtes Geld. Ich freue mich daher, daß es beim Ausbau der A 94 weiter vorangeht – der Bund gibt bei diesem Projekt weiter Gas." Ramsauer kam mit der erteilten Zustimmung einer Bitte der Bayerischen Straßenbauverwaltung nach, eine vorgezogene Finanzierung des Brückenbaus zu prüfen.
Bereits am 13. April 2012 setzten der Bund und der Freistaat Bayern mit dem feierlichen Spatenstich für die bauvorbereitenden Arbeiten ein Zeichen für den konsequenten Ausbau der A 94 in diesem Abschnitt. Im spätem Frühjahr 2012 wurde im Landkreis Erding mit den Überführungsbauwerken über die Staatsstraße 2086 und die Kreisstraße ED 16 bei Haidvocking, einem öffentlichen Feld- und Waldweg am Pausenberg und einer Gemeindeverbindungsstraße bei Kopfsburg begonnen. Um diese Bauwerke herstellen zu können waren diese Vorwegmaßnahmen erforderlich. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Herstellung von provisorischen Umfahrungen der Brückenbaufelder im Zuge der Staats- und Kreisstraße und deren Entwässerungseinrichtungen, die Herstellung eines Regenrückhaltebeckens, die Baufelderschließungen und die Vorbereitung kleinerer Vorschüttungen bzw. Baugruben. Weiter wurden archäologische Grabungen durchgeführt sowie verschiedene Versorgungsleitungen umgelegt. Auch der Kampfmittelräumdienst suchte spezielle Bereiche vorsorglich ab. Schon frühzeitig werden 13 Hektar Ausgleichsflächen für den Tier- und Naturschutz geschaffen.
Zwischenzeitlich bestätigte auch das Bundesverwaltungsgericht am 12. Dezember 2012 die bereits rechtsgültige Entscheidung des VGH.
Die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke der A 94 / B 12 liegt im Raum Forstinning bei fast 25.000 Kfz. Im Bereich Simbach am Inn liegt der Schwerverkehrsanteil bei 27 %. Bei den häufigen Störungen auf der B 12 quälen sich schwere Lkw, vielfach geführt durch Pkw-Navigationsgeräte, durch die Straßen der kleinen Ortschaften links und rechts der Trasse. Hier werden Radfahrer, Mofa und Traktoren überholt, und es geht vorbei an Schulen und Kindergärten. Dieser Verkehr stellt eine erhebliche Belastung der Einwohnerschaft dar. Einige dieser, meist aus Mittelost- und Südosteuropa stammenden, Lkw kämpfen sich dabei Steigungen bis zu 13% hinauf. Dabei entsteht ein Schadstoffausstoß den man geradezu ‚greifen‘ kann.
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