Rodenkirchen 10

 

 

 

A 45  Sanierung und Ausbau der Autobahn

Autobahn A 45 Dortmund - Gießen Talbrücke Rinsdorf  Siegen Wilnsdorf 72 Autobahn A 45 Dortmund - Gießen Talbrücke Rinsdorf  Siegen Wilnsdorf 49

Die im leichten Bogen gebaute Talbrücke Rinsdorf zwischen den Anschlußstellen Siegen-Süd und Wilnsdorf

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"Brückensanierung an der A 45 ist immense Herausforderung"

(HMWEVL 21.08.2014) Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hat die Autofahrer auf der Autobahn A 45 („Sauerlandlinie“) um Geduld gebeten: „20 der 22 großen Talbrücken sind in den nächsten Jahren zu ersetzen. Uns ist bewusst, dass diese Baumaßnahmen die Bevölkerung und Verkehrsteilnehmer über die nächsten Jahre hinweg besonders beanspruchen werden. Sie werden die Gesamtsituation jedoch deutlich verbessern“, sagte der Minister am Donnerstag bei einer Besichtigung der Baustelle der Talbrücke Lützelbach bei Herborn. Die Konzentration einer so großen Anzahl von Baustellen auf dem Abschnitt vom Wetzlarer Kreuz bis zur Landesgrenze sei für Hessen Mobil eine immense organisatorische Herausforderung.

Brücken halten das Straßennetz leistungsfähig und funktionstüchtig. Ihre Erhaltung hat deshalb höchste Priorität, sagte der Minister. An der A 45 werde voraussichtlich Mitte 2017 der Neubau der Talbrücke Lützelbach fertiggestellt, im folgenden Jahr der Neubau der Talbrücke Dorlar.

Al-Wazir bezeichnete den Erhalt und die Sanierung der deutschen Verkehrsinfrastruktur als vorrangige Aufgabe der Verkehrspolitik. „An der A 45 tritt deutlich zutage, warum die vor rund 50 Jahre gebauten Autobahnbrücken deutlich vor Ablauf ihrer seinerzeit kalkulierten Lebensdauer erneuerungsbedürftig sind. 1960 lag das zulässige Gesamtgewicht eines Lastwagens bei 24 Tonnen, heute sind es 44 – und Schwerlasttransporte gehen noch weit darüber hinaus. Ein 40-Tonnen-Lkw verursacht aber dieselbe Materialermüdung wie 40 000 Pkw. Zudem hat sich auch die Zahl der Fahrzeuge pro Tag vervielfacht. Auch das Streusalz frisst an den Stahlbewehrungen.“

Für diese Belastung seien viele Brücken nicht ausgelegt, erläuterte der Minister: „Rund 650 der 6.200 Straßenbrücken in Hessen bedürften der Sanierung oder Erneuerung, bei 50 von ihnen sind bereits Beschränkungen angeordnet, und an 200 wird schon mit Hochdruck gearbeitet.“ In 2014 werden 207 Mio. Euro in die Brückensanierung und -erneuerung von Bund und Land in Hessen investiert. In den Folgejahren wird sich dieses Niveau voraussichtlich noch erhöhen. Es sei absehbar, dass der Bund in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld für die Brückensanierung aufwenden werde: „Dies bedeutet für Hessen aufgrund seiner zentralen Lage und der Altersstruktur seiner Brücken eine Herkulesaufgabe.“

Der Minister verwies auf die hohen Planungskosten dieser Vorhaben und forderte vom Bund einen deutlichen höheren Beitrag dazu. Hessen werde einem entsprechenden Bundesratsantrag Baden-Württembergs beitreten. Darin heißt es: „Der Bundesrat sieht mit großer Sorge, dass die derzeitige Zweckausgabenpauschale des Bundes für die Entwurfsbearbeitung und Bauaufsicht der Bundesfernstraßen in Höhe von 3% nicht auskömmlich ist, da der tatsächliche Bedarf mit 15-20% weit darüber liegt. Die Länder sind so gezwungen, die fehlenden Planungsmittel zu ihren Lasten aufzubringen. Für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Finanzierung muss die Planung, Verfügbarkeit und Steuerung der Finanzmittel im Bundesfernstraßenbau deutlich verbessert werden.“

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Die A 45 - hier am Beispiel des Talüberganges Rinsdorf - hat wegen der zahlreichen
Brücken, die dringend erneuerungsbedürftig sind, Symbolcharakter für den
Zustand der Verkehrsinfrastruktur in weiten Teilen Deutschlands.

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Autobahn A 45 Dortmund - Gießen Talbrücke Rinsdorf  Siegen Wilnsdorf 24 Autobahn A 45 Dortmund - Gießen Talbrücke Rinsdorf  Siegen Wilnsdorf 51

Gemeinsamer Kraftakt für NRW und Hessen

(MBWSV 21.08.2014) Wie kaum eine andere Bundesfernstraße ist die Autobahn 45 Sinnbild für die dringend erneuerungsbedürftige Verkehrsinfrastruktur in den alten Bundesländern. An der Talbrücke Rinsdorf machten sich NRW-Verkehrsminister Michael Groschek und Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir ein Bild von der Lage.
 
Auf dem 122 Kilometer langen nordrhein-westfälischen Abschnitt der A 45 zwischen Dortmund und der Landesgrenze zu Hessen bei Wilnsdorf gibt es 127 Brücken, davon 36 Großbrücken mit einer Spannweite von über 100 Metern. Von denen wurden im aktuell laufenden Programm zur Nachrechnung der Brückenstatik 17 untersucht, mit dem Ergebnis, dass elf Bauwerke kurzfristig verstärkt und mittelfristig komplett neu gebaut werden müssen. Die Problematik stellt sich ähnlich dar auf hessischer Seite, wo 20 Brücken ersetzt werden müssen.
 
„Das Siegerland ist eine boomende Industrieregion, die existentiell auf funktionierende Verkehrsverbindungen angewiesen ist. Mit der heutigen Verkehrsbelastung von bis zu 70.000 Kfz, davon 16.000 Lkw, ist die zweistreifige A 45 an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen. Die notwendigen Brückenersatzbauten werden bereits jetzt auf den für etliche Abschnitte erforderlichen späteren Ausbau der Autobahn auf sechs Fahrstreifen ausgelegt“, ergänzte Minister Groschek.
 
Die beiden Landesbetriebe Straßen.NRW und Hessen.mobil stehen in enger Abstimmung bei der Planung der Baustellen. „Uns ist bewusst, dass diese Baumaßnahmen Anliegern und Verkehrsteilnehmern eine Menge Geduld abverlangen. Die A 45 wird über Jahre von Baustellen geprägt sein“, kündigte Winfried Pudenz, Hauptgeschäftsführer des Landesbetriebs Straßenbau NRW, an. „Daher werden wir regelmäßig über unsere Planung und die Bauarbeiten informieren.“ Bereits im Bau ist im nördlichen Bereich der A 45 die Lennetalbrücke. In den nächsten 15 Jahren soll der Ersatzbau der A 45-Brücken zum größten Teil abgeschlossen sein.
 
Die Minister waren sich einig, dass Erhalt und Sanierung der deutschen Verkehrsinfrastruktur die vorrangige Aufgabe der Verkehrspolitik in den nächsten Jahren sein wird. Allein im NRW-Abschnitt der A 45 werden für Brückenbaumaßnahmen in den nächsten Jahren Investitionen von mehr als 1,2 Milliarden Euro erforderlich. Auch zu den Kosten für die notwendigen Planungen müsse der Bund jetzt mehr beitragen. Dazu wollen NRW und Hessen einem Antrag des Landes Baden-Württemberg, der im Bundesrat vorliegt, beitreten.
 
In dem Antrag (Drs. 276/14) heißt es: „Der Bundesrat sieht mit großer Sorge, dass die derzeitige Zweckausgabenpauschale des Bundes für die Entwurfsbearbeitung und Bauaufsicht der Bundesfernstraßen in Höhe von 3% nicht auskömmlich ist, da der tatsächliche Bedarf mit 15-20% weit darüber liegt. Die Länder sind so gezwungen, die fehlenden Planungsmittel zu ihren Lasten aufzubringen. Für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Finanzierung muss die Planung, Verfügbarkeit und Steuerung der Finanzmittel im Bundesfernstraßenbau deutlich verbessert werden.“
 
Bei geschätzten Baukosten von 1,2 Milliarden erstattet der Bund dem Land im Nachhinein 36 Millionen Euro für Planung und Bauüberwachung. Die realen Kosten dafür betragen aber 180 bis 240 Millionen Euro.

Burkhard Vieth Hessen Mobil Winfried Pudenz Straßen.NRW Michael Groschek Verkehrsminister  Tarek Al-Wazir  Minister für Verkehr 21

Einmaliges Bild - (V.l.n.r.)
Winfried Pudenz - Hauptgeschäftsführer Straßen.NRW
Burkhard Vieth - Präsident Hessen Mobil
Michael Groschek - Verkehrsminister in NRW
Tarek Al-Wazir - Verkehrsminister in Hessen

Winfried Pudenz Straßen.NRW Michael Groschek Verkehrsminister  Tarek Al-Wazir  Minister für Verkehr 42

Winfried Pudenz - Hauptgeschäftsführer Landesbetrieb Straßenbau NRW - begrüßt die beiden Minister und stellt in seiner Einleitung das Gesamtkonzept des Ausbaues der A 45 zwischen dem Autobahnkreuz Westhofen (A 1) und der Landesgrenze von NRW
und Hessen bei km 122,9 Nähe Haiger-Burbach vor

Michael Groschek Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen Tarek Al-Wazir hessischer Minister für Verkehr 83

Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung, Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
Tarek Al-Wazir, hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (rechts im Bild)

A 45  Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach werden neu gebaut

Über das Gesamtkonzept zur Sanierung der A 45 zwischen dem Autobahnkreuz Westhofen und der Landesgrenze NRW/Hessen und den Neubau der beiden Talbrücken in Wilnsdorf informierten Ludger Siebert, Karl-Hermann Metz und Carola Ziebs von der Straßen.NRW Regionalniederlassung Südwestfalen.
 
Die beiden Bauwerke Rinsdorf und Rälsbach liegen nur 250 m auseinander. Sie werden daher gleichzeitig neu gebaut. Zurzeit werden für beide Brücken die Entwürfe aufgestellt, die Anfang 2015 dem Landes- und dem Bundesverkehrsministerium zur Genehmigung vorgelegt werden. Im Laufe des Jahres 2015 kann dann die Ausschreibung und 2016 die Vergabe der Neubauten erfolgen. Baubeginn soll Mitte 2016 sein.
 
Ziel für den Verkehrsablauf während der Bauzeit ist es, den Eingriff in den fließenden Verkehr so gering wie möglich zu halten. Die Bauzeit für beide Bauwerke soll so kurz wie möglich sein. Es sollen immer zwei, wenn auch verengte Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. Dafür sind mehrere Bauphasen erforderlich:
 
Auf der aus zwei einzelnen Bauwerken bestehenden Brücke Rälsbach, eine für jede Fahrtrichtung, wird der komplette Verkehr zunächst auf das Bauwerk in Fahrtrichtung Frankfurt verlegt. Anschließend wird die Brückenhälfte, auf der bisher der Verkehr in Richtung Dortmund floss, abgebrochen und neu gebaut. Im Anschluss wird der Verkehr komplett auf den Neubau verlegt, die andere Hälfte der Talbrücke kann abgebrochen und anschließend neu gebaut werden.
 
Anders die Talbrücke Rinsdorf: Sie besteht zurzeit aus nur einem Bauwerk für beide Fahrtrichtungen. Hier muss zunächst seitlich der neue Überbau, der künftig den Verkehr in Fahrtrichtung Dortmund aufnehmen soll, gebaut werden. Nach dessen Fertigstellung kann der ganze Verkehr auf diesen Neubau verlegt und die alte Brücke komplett abgerissen werden. Anschließend wird an der Stelle der alten Brücke das Bauwerk für die andere Brückenhälfte neu gebaut. Schließlich wird der komplette Verkehr hierhin verlegt und der andere Neubau im Querverschub in seine endgültige Position gebracht.

Winfried Pudenz Straßen.NRW Michael Groschek Verkehrsminister  Tarek Al-Wazir  Minister für Verkehr 31

Die beiden Minister unter
der Talbrücke Rinsdorf

Carola Ziebs Straßen.NRW Michael Groschek Verkehrsminister  Tarek Al-Wazir  Minister für Verkehr 06

Carola Ziebs
Straßen.NRW Regionalniederlassung Südwestfalen

Ludger Siebert Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen91

Ludger Siebert - Straßen.NRW-
Regionalniederlassung Südwestfalen

Burkhard Vieth Hessen Mobil Talbrücke Rinsdorf  Autobahn A 45 50

Medienvertreter und Mitarbeiter zweier Ministerien und Landesbetriebe Straßenbau lauschen den Erklärungen

Talbrücke Rinsdorf

bestehendes Bauwerk
•   Baujahr 1967
•   9 Felder mit einer Gesamtlänge von 486 m
•   Größte Stützweite 54 m
•   Größte Pfeilerhöhe 68 m, Stahlbetonhohlpfeiler
•   Einteiliger Spannbetonträgerrost, ein Überbau
•   5 Fahrstreifen, 3 Fahrstreifen Fahrtrichtung Frankfurt, 2 Fahrstreifen Fahrtrichtung Dortmund plus Standstreifen
•   Breite: 31,25 m
•   Im Jahre 1985 ist das Bauwerk verstärkt worden mittels externer Vorspannung
•   Letzte Bauwerksprüfung 2010: Zustandsnote 3,0
•   Brücke ist seit Dez. 2011 für Fahrzeuge über 44 t gesperrt

neues Bauwerk
•   7 Felder mit einer Gesamtlänge von 486 m
•   Größte Stützweite 100 m, andere Felder 70 bzw. 50 m
•   Pfeilerhöhen min. 13 m, max. 60 m
•   Zweiteiliger Stahlhohlkasten mit Diagonalen
•   Verbundbauweise – Stahlüberbau mit Betonfahrbahnplatte
•   6 Fahrstreifen plus 2 Standstreifen
•   Breite: 38,2 m
•   Taktschiebeverfahren und Querverschub
•   Bauzeit 4 Jahre
•   Baukosten 44 Mio Euro plus 10 Mio Euro Abriss des bestehenden Bauwerks

Autobahn A 45 Dortmund - Gießen Talbrücke Rinsdorf 41

Talbrücke Rinsdorf - Übersichtszeichnung des bestehenden Bauwerkes aus dem Jahr 1967

Autobahn A 45 Dortmund - Gießen Talbrücke Rinsdorf 38

Neue Talbrücke Rinsdorf - Übersichtszeichnung des geplanten Bauwerkes

Autobahn A 45 Dortmund - Gießen Talbrücke Rinsdorf 34

Der zukünftige Überbau im Querschnitt

Bundesautobahen A45 Verkehrsbelastungen 27

(oben) Karte mit den Verkehrsstärken auf der A 45
(rechts) die acht Bauphasen der beiden Brücken
in der schematischen Darstellung
(Karte zum vergrößern bitte anklicken)

Autobahn A 45 Dortmund - Gießen Talbrücke Rinsdorf
Bundesautobahen A45 Westhofen Hagen Olpe Siegen Haiger Südwestfalen Bauzeiten bis 2028 8

Übersicht der geplanten Bauphasen der einzelnen Großbauwerke im westfälischen Teil der A 45 bis zum Jahre 2018

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